„Sappho“-Olivenöl kommt von der griechischen Insel Lesbos. Die Insel liegt im Nordosten der Ägäis unweit vor der türkischen Küste. Lesbos gehört zu den drei großen Olivenregionen in Griechenland. Je mehr Sonne die Oliven bekommen, um so besser werden sie, und diese Gegend Griechenlands gehört zu den Regionen mit der größten Sonneneinstrahlung Europas.
Etwa 11 Millionen Olivenbäume wachsen auf Lesbos. Rund 1000 davon gehören Lefteris Papafilipou aus Polychnitos am Golf von Kalloni. Er ist Bio-Oliven-Bauer aus Passion. Schon immer! Seine Bäume haben noch nie Kunstdünger oder Schädlingsbekämpfungsmittel kennengelernt. Lange haben seine Nachbarn ihn belächelt und bedauert, weil sie mehr als er gerntet haben. Aber seit einigen Jahren steigt die Nachfrage nach seinem naturbelassenen Öl stetig und auch der Preis stimmt. Und die Nachbarn bleiben immer öfter auf ihrem Öl sitzen und der Preis für ihr Öl stagniert... Jetzt lachen sie nicht mehr, sondern kommen zu ihm und wollen sein Know How kennenlernen...
In Griechenland gibt es über 60 Olivensorten; große, kleine, runde, längliche, saftige und fleischige, ganz abgesehen von den vielen Geschmacksrichtungen. Auf Lesbos werden hauptsächlich die Sorten Kolovi, Ladolia und Adramitiani angebaut. Die letztere kommt ursprünglich von der kleinasiatischen Küste und ist in Griechenland nur auf Lesbos zu finden. Sie bringt nie riesige Erträge. Das mag der Grund sein, weshalb sie nicht in anderen Gegenden kultiviert wird. Sie hat ein schmales hartes Blatt; wird dunkelrotblau (nicht schwarz oder dunkelbraun) und ist im November und Dezember reif. Ihre Frucht enthält nur 20-22% Öl, das ist im Vergleich zu anderen Sorten (bis zu 40%) nicht sehr viel. Aber sie hat ein unvergleichlich gutes Aroma! Olivenöl aus Lesbos ist überregional nur wenig bekannt, denn bisher ist Marketing auf Lesbos fast noch ein Fremdwort. Die Adramitiani-Olive ist leicht und mit ausgezeichnetem fruchtigem Geschmack. Ganz frisch - also ein bis zwei Monate nach dem Pressen - schmeckt das Öl etwas pfeffrig.
Es versteht sich von selbst, dass extra natives Öl kaltgepresst wird (32-40 Grad). Naturbelassene Feldpflege und Kaltpressung bringen zwar etwas weniger Ertrag, dafür bleibt aber das Gute im Öl erhalten. Kühl - am besten bei 8 -14 Grad - und dunkel gelagert, hält es sich bedenkenlos länger als ein Jahr. Sappho-Olivenöl ist leicht verdaulich und gut verträglich und es ist absichtlich naturtrüb belassen. Das meiste Öl, das in den Handel kommt, wird dagegen gefiltert. Dem Öl werden dadurch feine Schwebstoffe entzogen, Reste des Chlorophylls der Oliven, aber die Inhaltsstoffe und Vitamine leiden durch jede zusätzliche maschinelle Behandlung.
Gefiltertes Öl kann länger dem Licht ausgesetzt werden. Wer die goldgelbe Farbe des lesbischen Öls in seiner Küche stehen haben möchte, der sollte deshalb besser immer nur kleine Mengen abfüllen und den Rest kühl und dunkel lagern.
Im Laufe des Jahres ändert sich der Geschmack des Öls. Es wird schwerer und schmeckt erdiger. Gegen Ende des Jahres ist das Öl dann völlig klar. Man kann es dann ganz einfach von den Schwebstoffen abziehen, aus denen sich schmackhafte Olivenpasten herstellen lassen, oder man kann damit sehr leckere Bratkartoffeln braten. Die Zeitschrift Test hat 32 Olivenöle der Güteklasse nativ extra getestet. „Sappho“-Olivenöl aus Lesbos gehörte dabei zu den Besten.
Weitere Informationen, Bilder und leckere Rezepte finden sie unter www.ikarus-verlag.de